Versos German Max Dauthendey Herbst des Blinden

German poem

Herbst des Blinden

by (1867–1918)

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Grau das Weinlaub. Bleich, goldbleich Platanen. Sagt ihr nicht, so matt duftet der Herbst?

Grau das Blatt, das meine Wange streifte, Grau? Es brennt in Kälte. Schwarz gellen ferne Stürme. Dumpf kochend rollen Wellen In schwarzen Schlangen über meinen Leib.

Und bleich, goldbleich?

Geschmeidig wiegen auf kühlen Zweigen Orangenkelche, Umneigen meinen Scheitel, Befühlen Wangen, Nacken, Umschmiegen glatt wie Luft in hellen Nächten Mein Haar. Und halten meinen Schritt Schneelind umfangen.

Düfte tief von Moosen, Erdgewürzen, Schießen in Ruten hell und in Kaskaden, Stürzen von wehen Rosen Lavawilde Bronnen, Zerschellen Schaum von wunden Malven, Caprifolien, Nelken,

Von welken Heliotropen und Levkoien Schnellen die letzten Schreie Heiß wie schwarzer Wein.