German poem
Indes der Regen durch die Bäume schleicht
by Max Dauthendey (1867–1918)
Der Nebel hängt am Laub schwer wie ein nasses Tuch, Und Brennesselgeruch schlägt ins Gesicht. Holunderblüten schwimmen noch im letzten Licht, Ihr Duft drückt in der hellen Nacht wie ein Gewicht. Aus einem Hause spielt schnell ein Klavier, Indes der Regen durch die Bäume schleicht Und triefend am Holunder niederstreicht. Im Hause tanzt der Tasten mutwillig Gegirr, Es suchen Hände einen Halt im Herzgewirr.