German poem
Nenn dich meine Wiesen
by Max Dauthendey (1867–1918)
Möchte deinen Leib Keinen Garten nennen, Wo sich Blum' und Mensch Nur vom Sehen kennen. Möchte deinen Leib Nennen meine Wiesen, Wo Heilwurzeln würzig Und Labkräutlein sprießen.
Winzig kleine Blüten, Kaum sichtbar wie Sterne, Hausen dort urwüchsig, Wirken stark zur Ferne. Darf mich dort zum Schlummer In den Glücksklee legen, Er vertreibt den Kummer.
Nie in einem Garten Könnt' ich in den Beeten Ruhen, in den harten. Nenn dich meine Wiesen, Wo mir Kraft und Freude Herzerquickend sprießen.