German poem
Motiv aus Beethoven
by Otokar Březina (1868–1929)
Das war kein leiser Hauch aus ewigfernen Jahren, vor meiner Seele Fenstern stieg zu mir Klang deiner Töne: Komm, im wunderbaren Goldregen unserer Sterne baden wir.
Dunstschleier wird sich wie ein Vorhang breiten, silbern mit Licht verwebt, wie aus Asbest, während in schwarzen Waldeseinsamkeiten das Leid sich matt zu Boden gleiten läßt.
wie sich der Atem engt, betäubt von Nacht und Düften? Und vieler Träume Flug sich in der Runde hebt und lachender Jasmin und Rosenhauch in Lüften in seiner Schwingen Wehn aus seiner Hülle bebt?
Wie dir Erinnerung auflodert in der Seele, verhaltener Kräfte Quell dir an die Schläfen schlägt, der Küsse Heftigkeit verbrennt dir Mund und Kehle, und toten Glanzes sich dein Blut in Adern regt?
Und fühlst du, wie Sein Hauch dem Tau der Sternenwiesen milchstraßenwärts hinwehend sich vereint, und Sehnsucht nach dem Tod, wie wundersüßes Fließen, und sieghaft Lust und der Begierden schwarzer Wein,
und zweier nackten Arme gieriges Beginnen, auf Alabasterbrüsten, weich zur Ruh, in dein erregt berauschtes Wesen rinnen, als schlössen sich die matten Sinne zu?
Kristall der Lampe füllt' ich mit dem Öle meiner Töne, ich wölbte deine Gruft aus strahlendem Gestein. O komm und auf der Zauberblumen Kissen lehne in Falten matten Dufts dein müdes Haupt hinein.
Hörst meine Glocken du? Komm: ehe dir im kühlen Erwachen sich das Leid aus deiner Seele schwingt, sollst auf den Lippen du mein süßes Grablied fühlen, und spüren wie sein Kuß dein Leben aus dir trinkt.
Und bis dir lohen wird der ewigen Tage Schimmer (Regen von Feuerrosen), wird dir sein, als wärst bei offenem Fenster du im Zimmer und Morgenlieder still wehten zu dir herein.