German poem
Alte Zeiten sah der Erde Antlitz
by Otto Erich Hartleben (1864–1905)
Alte Zeiten sah der Erde Antlitz. Ungezählt durchmass des steten Tages Glanzesbahn das rollende Rad der Sonne – dennoch ewig
scheint uns jung und frisch der Frühlingsmorgen, wenn der Feind der Nächte, strahlgewappnet, seinen Lichtspeer schleudert über dunkler Wolken Wälle.
Ewig jung – wie oft entzückten Augen sich erschlossen auch die Rosengärten – ewig bleibt sie jung die Lust der Seele. Lieben – leiden
aller Wesen nievergessnes Wollen! Nimmer ehrt der Kampf mit diesem Zwange, nimmer wird der Mensch, wie sehr er strebt, den Kampf vollenden.