German poem
Feuchtkalte Nebel in den stillen Strassen
by Otto Erich Hartleben (1864–1905)
Feuchtkalte Nebel in den stillen Strassen – Frühmorgenschein – ob wir uns ganz vergassen?
Ich fahre lautlos übers weiche Pflaster – verfrühte Arbeit und verspätet Laster.
An jener Thür vorüber? – Fass dich: hier, hier links, da schlug es ehmals. Pocht es dir?
Zertreten und zerfahren ist der Schnee: Schmutz überdeckt die zugefrorne Spree.
Dort schläft die Jungfrau. Ihre Stirn ist rein. Du sollst auf diesen Strassen thätig sein.
Vorbei! Vorbei! Schon wird der Morgen laut. Feuchtkalte Nebel – doch es thaut – es thaut!