Versos German Otto Ernst Schmidt Frauenschönheit

German poem

Frauenschönheit

by (1862–1926)

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In glüh'nden Worten, In Liedern meist Hab' ich gejubelt, Wie schön du seist.

Du sahst im Spiegel Dein Angesicht Und glaubtest lächelnd Dem Schwärmer nicht.

Wie sollte der Spiegel, Das kalte Glas, Dir sagen, was ich dir Vom Antlitz las!

Ein Schlag des Herzens In deiner Brust, Ein leichter Seufzer, Dir unbewußt,

Ein Hauch der Liebe Von deinem Mund Tut deine Schöne Bezaubernd kund.

Wie Sonnenschimmer, Wie Windeshauch, So naht der Zauber, So flieht er auch.

Und kaum geschwunden, Erfüllt er ganz Dein Antlitz wieder Mit neuem Glanz.

Doch nur dem Auge, Das sorgsam wacht Ob deinem Leben Bei Tag und Nacht,

Das selbst die Flammen Der Sehnsucht zeigt, Wenn's tief sich über Dein Antlitz neigt—

Nur ihm begegnet Rein und ganz All deine Schönheit In flüchtigem Glanz.