Versos German Otto Ernst Schmidt Im Sommerglanz

German poem

Im Sommerglanz

by (1862–1926)

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Ich segne mir die klaren Sommerstunden, Da willenlos die Seele sich versenkt Ins weite, warme Meer des goldnen Lichtes, Das ewig-liebevoll die Sonne schenkt.

Dann lieg ich hingestreckt auf stiller Halde, Trunken vom Licht, von seiner Glut betäubt, Und sehe, wie im Blattgewirr der Büsche Zu tausend Funken jeder Strahl zerstäubt.

Ein träger Glast hängt zitternd in den Lüften, Und aus der Erde, aus dem trocknen Laub Hebt sich ein schwerer, heißer Lebensodem Und schwebt in Wolken aufwärts mit dem Staub.

Im halben Schlaf der wonnig müden Seele Taucht mir in den entrückten Sinnen auf Ein lichtes Schauen künftiger Gefilde, Ein leiser Klang von andrer Welten Lauf.

Und mit der fernen, stillen Wolkenherde, Mit jenem Strom, der hoch im Blauen geht, Entsend' ich in die rätselvolle Ferne Ein selig Ahnen und ein fromm Gebet.

Nur fernher ruft, wie aus der Erde Tiefen, In bangen Tönen noch das Erdenleid; Doch bald verklingt's—und alles irdische Fühlen Verschwebt zum Sonnentraum der Ewigkeit.—