German poem
Sehnsucht
by Paul Verlaine (1844–1896)
Das Heim, den schmalen Schein des Lampenlichtes drinnen, den Finger an der Schläfe zu träumerischem Sinnen, in den geliebten Blick die Augen ganz versenkt, die Bücher zu, den Tee heissdampfend eingeschenkt; das köstliche Gefühl: der Abend geht zur Rüste; die selige Müdigkeit, das göttliche Gelüste auf bräutlich Dunkel, ach, und auf die süsse Nacht, all das verfolgt mein Traum mit rührend steter Macht durch öde Wartefrist, rastlos, ununterbrochen Monde der Ungeduld und wuterfüllte Wochen.