German poem
Der Verlassenen Fluch
by Peter Rosegger (1843–1918)
Vor des Ewigen Angesichte Klag' ich ihn, o Himmel, richte! Ach, wie hab' ich ihn geliebt, Während er den Tod mir gibt! Möge ihm in dunkeln Tagen Auch die grause Stunde schlagen! Möge er in Qual sich winden, Und kein Herz, kein treues, finden! Mög' der Mensch zum Teufel werden, Dem er hoffend sich auf Erden Voll Vertraun zu eigen gibt! —Ach, wie hab' ich ihn geliebt! Ein Verworfner mög' er lungern Auf der Heide und verhungern. Welche Lust mir, wenn er schmachtet, Glückverlassen, notumnachtet! Und ich dürfte ihm begegnen, Wie wollt' ich die Stunde segnen! Ihn an meinem Herzen haben, Ihn mit meinem Blute laben! —Wärst du meiner Qual versunken, Hättest mein Leid du getrunken, Wüßtest du, was Hölle ist. —Wollte dich so lange küssen, Bis du wieder selig bist.