German poem
Leute gibt es allerlei
by Peter Rosegger (1843–1918)
Auf der weiten Gotteswelt. Wem die Sache nicht gefällt, Wer da ausmarschiert, um jeden, So nicht sein ist, zu befehden, Der wird nimmermehr auf Erden Mit der Fehde fertig werden. Juden, Slaven, Atheisten, Welsche, Philosophen, Christen, Japanesen, Deutsche, Heiden, Und wie noch die Massen scheiden, Kasten, Sekten, Nationen, Die in Gottes Licht sich sonnen, Alles rollet hin und her, Wie der Wellenschwall im Meer. Wie die Wässer und die Winde, Stürmisch hier, und da gelinde, Ewig um den Erdball kreisen, So in den Naturgeleisen Wogt die Menschheit hin und wieder; Schranken, die du heute aufstellst, Brechen morgen krachend nieder. Güter, die durch Krieg errungen, Frieden, so durch Krieg erzwungen, Reifen neuerdings die Saaten Aus zu neuen Schreckenstaten. Nicht einander jagen, schlagen, Sondern mit Geduld ertragen Nach dem Rate der Natur, Ist das Omega und Alpha Aller Bildung und Kultur. Wer da ausmarschiert, um jeden Fremdgesinnten zu befehden, Der wird nimmermehr auf Erden Mit der Fehde fertig werden. Wär' der letzte Feind zertreten, Müßte er sich selber töten Als den Rest in dem Planeten.