German poem
Urwaldstimmung
by Peter Rosegger (1843–1918)
O ruhsamer Wald, wie bist du fein! Wie bist du in Ewigkeit jung und rein! Vom blutigen Kreuzweg der Menschensöhne Entweiht keine Spur deine heilige Schöne. Wohl heut wie zur Urzeit die Stürme tosen, Und wühlen im See und brechen den Baum. Wohl heut wie zur Urzeit blühen die Rosen Und funkelt der Tau am Blütensaum.— In dir ist Ruh'. Mein Leib will liegen In blumiger Wiegen. Meine Seele kam her aus unendlichen Zeiten, Und wie der wandernde Vogel den Ast, So wählt diesen Leib sie zur kurzen Rast, Ehe weiter sie fliegt in die Ewigkeiten.