German poem
Das Achte Lied
by Philipp von Zesen (1619–1689)
Hertze des Himmels und Auge der Sterne/ Welches erleuchtet und zieret das Feld/ Kertze der Erden und Fackel der Welt/ Zeige doch deine geschmünckte Laterne/ Zeige das Angesicht voller Rubien: Grüße die Erde mit deinem Gesichte/ Mache das trauren mit Freude zu nichte; Freude sol heute vor trauren einzihn.
2.
Heute sol Freude die Stunde verjagen/ Heute sol Freude regieren den Tag/ Freude/ so sonsten in Traurigkeit lag; Freude sol heute verjagen das klagen/ Klagen und zagen sich endet hiebey: Heute sol Phöbus und alle Göttinnen/ Oden und schöne Gesänge beginnen/ Lauten und Geigen erklingen auch frey!
3.
Lustig erzeiget Euch/ meine Gesellen/ Wündschet/ daß dieses Fest offte begeh Gueintzius/ ohne Leid/ trauren und weh. Laßet uns Spieler und Geiger bestellen/ Laßet mit Freude vertreiben das Leid: unser Herr Rector erlebe die Zeiten/ Welche der Nestor und andre beschreiten/ Wündschet ein jeder zu itziger Zeit!