Versos German Philipp von Zesen Das Achte Lied

German poem

Das Achte Lied

by (1619–1689)

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Wohl dem der sich für und für Letzen kann und laben hier/ Wo die schönen Blumen stehn und die glatten Hirsche gehn.

Hier ergießet sich ein Fluß/ Der das Feld befeuchten muß/ Von den Alben nimmet Er Seinen Gang und leufft anher.

Hier ist ja die güldne Spur/ Hier bekleidt sich die Natur Mit Tapeten überall untermänget mit Korall.

Das verbuhlte Lufft-volck singt. Mit dem Staar die Lerche ringt/ unsre Vogel-Meisterin Nimmet doch den Palmen hin.

Dich du schönste Nachtigall/ lobet selbst der Widerschall/ Echo das verliebte Kind Nach zu ruffen dier beginnt.

Hatt Athen wohl solche Lust/ als dier itzund ist bewust? Hat Adonis und Lucan Solche Lust geschauet an?

Nein. Hier ist der Götter seyn/ Hier ist Pallas Sitz allein/ Hier ist Venus und ihr Sohn/ Hier ist Phöbus und sein Thron.

Alle Götter wohnen hier/ und genießen deiner Zier; Deine Liebligkeit und Lust Ist uns Nymphen wohl bewust.

Drüm sey fruchtbar fort für fort/ Du O wunder-schöner Ort/ grüne/ blühe/ weil auffsteht Phöbus/ und zu Bette geht.

und ihr Vogel tiereliert/ Weil das Gold die Sonne führt; Macht Euch lustig/ euer Schall Soll erklingen überall.