Versos German Philipp von Zesen Das Zehende Lied

German poem

Das Zehende Lied

by (1619–1689)

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Was mag ich mich unterfangen? Ach was untersteh ich mich Deine Rosen-rothe Wangen Anzuschauen und auch Dich/ Schönes Bild/ herfür zu streichen/ Dem die Sterne selbsten weichen.

Könte gleich Apelles mahlen Dich/ O wunderschönes Bild/ und der Augen helle Strahlen/ Dieser blancken Brüste Schild/ Kan doch nicht entworffen werden Deine Tugend und Geberden.

Solche Liebligkeit im sprechen/ Das so milde freundlich-seyn Kann mir Muth und Sinnen brechen; Wenn dein Antlitz bricht herein/ Wenn die braunen Augen funckeln Kann mich keine Nacht verdunckeln.

Deiner hohen Stirne prangen schön und braunlecht anzusehn Ist mein Hoffen und Verlangen/ Ach! wenn wird es wohl geschehn/ Daß da wird in meinen Armen Dein so schlancker Leib erwarmen.

Ich wil mich mit Macht bemühen Zu erlangen deine Gunst/ Wil mit meinem singen zihen Dich/ zu leschen meine Brunst: Wenn ich dieses werd' erlangen/ Wil ich gerne seyn gefangen.