Versos German Philipp von Zesen Ia freilich wird zu nichts das prangen hoher sinnen

German poem

Ia freilich wird zu nichts das prangen hoher sinnen

by (1619–1689)

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Ia freilich wird zu nichts das prangen hoher sinnen/ Und alle Wissenschaft/ die kein gewissen hägt; Lebt gleich ein mensch alhier auf höchster klugheit zinnen/ Ists doch nur eitle frucht der tohrheit/ die er trägt. Acht man schon für der welt als-göttlich seine kunst/ Neugt sie sich doch/ und bleibt für Gotte lauter dunst.

O mensch/ was trotzest du auf dein so eitles wissen/ da deiner werke bild dier niemahls ist bewust! was bistdu nuhr auf kunst/ auf solche kunst/ beflissen/ da du sonst deiner selbst erkäntnüs missen must. Viel kennen/ und sich selbst nicht kennen/ ist nur dunst; viel wissen und sich selbst nicht wissen/ ist ümsunst.

Doch wan ich etwas sol von eitlen dingen haben/ so wil ich wissenschaft/ die alles niedertrükt/ die mier erst redlich zeugt den preis der ädlen gaben/ und macht/ daß für mier selbst der hochmuht geht gebükt. Wer wissenschaft nicht acht/ der stirbet wie ein vieh. wer wissenschaft und kunst erlangt/ der stirbet nie.