German poem
Das 20. Kühl-Jubel
by Quirinus Kuhlmann (1651–1689)
Auf/ Schwedens Eilfter Carl! Du Carl von Carl/ Gustav! Auf/ Auf zum Gottes-Werck in meinem dritten Ruf? Du bist auch Dritter selbst/ im Wesen Hauptgeruffen! Das groffe Licht fügt sich Dir zur Gefehrtin bei! Ersätze voller Ernst/ was Zeichen und Figur/ Zur Papstes Freud der Christenheit versäumt! Vollführ/ vollführ/ was Du zu mir gesagt/ Als nechst Dein Geist im Geist bei mir war in Berlin! Sei auffgewekkt vom Brandenburger/ Und wekk Ihn wider auff/ Du Held von Mitternacht!
Auf/ Auf/ Du Carl vom Carl! Auf/ Auf durch hundert Jahr! Forsch alles durch genau vom Anfang Friderichs/ Und leihe mir Gehör zu Deinem Unterrichte! Such tieffer nach dem Fall Gustav Adolphens/ Der voller Sig den Sig verlohr! Schau Deinen Vater an mit seiner Pohlens-Flucht Und Coppenhagens Schadbelägern! Schau auch Dein Unglükk inn durch Franckreichs falsch-Verbündnis/ Dardurch Dein Schweden höchst geschertzt/ durchschmertzt/ beschwärtzt! Ersätz/ selbst König/ es/ was Deine Räth verfehlet.
Wend ab di Schand Christinens/ Damit den Vater Si/ Iht Reich und Gott verhöhnt! Greiff an/ Greiff an das Rom/ den Gifftqvell aller Sünden/ Wi Dir befohlen hat selbst Jesus durch den Drabitz! Was Deinem Vater ward verheischen/ Diß gehet Dich auch an und alle Schwedens-Erben! Des Vatern Straffe sei Dir mehr zur Lehr und Warnung/ Als daß hochmüttig Du beschöntest sein Verbrechen. Gott ist Dein Gott/ dein Schöpffer/ Herr und König/ Drum fürcht Ihn voller Treu und Reu/ daß Er beleidigt.
Bedenke/ König/ ernst di sechste Plag und Schaale/ Dadurch der Erdkreis eilt ins Hermageddons-Feld! Sih/ dises ist noch nirgenswo geschehen! Doch schikket/ wi Du sihst/ sich alles zum grossen Krige. Ser Pabst vermeint/ er komm zur alten Macht und Pracht/ Weil ihm das Glükk im Ost und West heut günstig. Si überreden auch die Protestantsche Fürsten/ Daß heut der Türken Fall in Gottes Reich verhanden! Ist nun das Pabsthum falsch/ und wahr die Reformirung/ So hüte dich vor diesem Drei der Frösche!
Auf/ Auf/ Mein Carl vom Carl! Sei Bundgenoß und Freund! Dein guttes Leben ist schon Dir di erste Staffel! Vereine Dich mit Brandenburg und Sachsen/ Und werfft den Streit hinweg von thörichten Articeln! Bleibt so dann hundert Jahr mit Curem stählern Schwerd/ Weil mehr noch nicht von Cuch gefodert. Mein Jesuelisch Reich ist nicht von Eurer Art: Doch gibt es Cuch vil Stärck auß reiner Gottes-Libe. Wann mehr kein Pabst noch Türk/ kein Jude/ Hend/ Sectirer/ Dann werdet Ihr mit mir in Euer Nachwelt Eines.