German poem
Lebwohl, du Strom
by Robert Burns (1759–1796)
Lebwohl du Strom, der schlängelnd fließt Rings um Elisens Wohnung! Aus der Erinn’rung Schmerz entsprießt, Und quält mich ohne Schonung. Die hoffnungslose Kette, ach, Muß im Geheim ich tragen; Mich foltert Liebesungemach Und Niemand darf ich’s klagen.
O, wär’ mein Elend ungeseh’n, Könnt’ tief ich es verstecken; Der Seufzer und die stille Thrän’, Sie würden’s doch entdecken. Ich weiß, Du willst mich nicht mehr seh’n, Ich soll verzweifelnd leben; Doch oh, Elise, hör’ mein Fleh’n, Und wolle mir vergeben.
Ach, Deiner süßen Stimme Hauch, Hab’ ich ohn’ Furcht vernommen, Auch ohne Furcht sah ich Dein Aug’, Bis Furcht zu spät gekommen. So starrt der Schiffer ganz entsetzt In’s Wellengrab, wie trunken, – Bis daß im wilden Schlund zuletzt Der arme Mensch versunken.