German poem
Sie sähn es gern, ich würde kirre
by Robert Eduard Prutz (1816–1872)
Sie sähn es gern, ich würde kirre und beugete mich niederwärts; sie machten gern mein tapfres Herz in seinem stolzen Glauben irre.
Sie sagten mir: Es ist vergebens, du änderst nicht den Lauf der Welt; Knecht bleibt sie doch! Und dir vergällt hast du den Sommer deines Lebens.
Wohl, sei es so! Sich fügen lerne, wem Fügsamkeit genügen kann, auch Demut schmücket ihren Mann: Ich aber folge meinem Sterne!
Da hilft kein Rat, da ist kein Wählen, ich kann nicht anders, wollt' ich auch: Die Freiheit ist mein Lebenshauch, sie ist die Seele meiner Seelen!
So laßt mich meine Bahn vollenden, wie sie auch sei, mein Ziel ist mein; ja, sollt' es auch ein Irrweg sein, ich will ihn doch mit Ehren enden.