Versos German Rudolf Friedrich Heinrich Magenau Ermunterung zum Gesange

German poem

Ermunterung zum Gesange

by (1767–1846)

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Wie ein Rubin das Brautgeschmeide Ziert froher Liederschall das Mahl, Gesang erhebt das Herz zur Freude, Und lust’ger schwingt man den Pokal; Der Blumen Schönste fehlt im Kranze, Der beste Schmauß ist schlecht bestellt, Wenn nicht die Mus’ in leichtem Tanze Zum muntern Evan sich gesellt.

Drum luden schon vor alten Zeiten Die Väter, wann sie sich beim Wein Des Abends, so wie wir, erfreuten, Den lust’gen Liedersänger ein, Er war willkomm in jedem Kreise; Wer nicht liebt Weib, Wein und Gesang, Sang Luther schon, der ächte Weise, Der bleibt ein Narr sein Lebenlang.

Es dreh’n an ewig gleicher Spindel, Daheim sich Kopf und Arme matt, Am Rechentisch, beim Aktenbündel Wird keine Runzelstirne glatt; Doch, wenn bei traulichem Gesange, Im Abendkreis die Becher glüh’n, Muß herber Ernst von Stirn und Wange, Wie Nebel vor der Sonne flieh’n;

Wie? – Scheu’t ihr der Zeloten Rüge? Der Tadler finstres Amtsgesicht? Den Mann beschimpft nur Trug und Lüge, Gesang beim Mahl beschimpft ihn nicht; So lang noch Deutschland seinen Miller, Und Asmus schönes Lied: „Am Rhein“ Und seinen Göthe kennt und Schiller, Soll jede Nacht gesungen seyn!

Rudolph Magenau.