German poem
Wie lange noch –?
by Rudolf Presber (1868–1935)
Wie mich die tolle Kleine neckt! Sie wirft mir mit der Linken Vom Tisch die Veilchen in den Sekt Und sagt: so müsst’ ich trinken. Und mit der Rechten schmeichelt sie Um’s Kinn mir und die Wange Und sitzt dabei auf meinem Knie – – Wie lange noch – – wie lange?
Ein jeder hat vom Glücke halt Sein knapp bemessen Teilchen – Der Sekt wird warm, die Kleine kalt, Und welk sind schon die Veilchen. Der Kellner schnarcht nach altem Brauch Auf seinem Stuhl im Gange – – – Die Kleine nickt, – bald schlaf ich auch. Wie lange wohl – – wie lange?