German poem
An Toni Schwabe
by Sophie Hoechstetter (1873–1943)
Nie ging ein Dichter unbeirrter seine Straße – Nie war Erlesnes stiller, unvergeßlicher gegeben. Wie ein sehr kostbares Gefäß in edlem Maße Ist deine Kunst, Symbolum deinem Leben.
Und in der strengen Formen schönste Vase Füllst du des Weinlaubs rauschdurchglühte Reben. In einen Kelch vom Venetianerglase Stellst du „Camille de Rohans“ rosenschweres Beben.
Die Sünde machst du rein – wie aus Gewitterstöhnen Uns klingen mag das Jubelwort: Genesen! Einsamer Seelen Schmerz läßt du ertönen Zu einem Schwanenlied sehr seltner Wesen – Und deine Erdenliebe hat von allem Schönen Das Vornehmste sich nur zum Eigentum erlesen.