German poem
Der Infant
by Stefan George (1868–1933)
Bei schild und degen unter fahlem friese Mit weissem antlitz lächelt der infant In dunklem goldumgürtetem oval. Nicht lang im damals unberührten saal Ein zwillingsbruder: kühle bergesbrise Sie war ein allzu rauher spieltrabant.
Doch wird er selber nimmermehr bedauern Dass er zum finstern mann nicht aufgeschossen Wie der und jener an den nachbarmauern · Denn seligkeiten wurden ihm beschlossen:
Wenn vor dem mond die glasgranaten blühn Dass eine lichte elfenmaid ihn hole · Er folgen dürfe oft in flug und fall Mit ihr dem treubewahrten seidenball Der rosenfarben und olivengrün Noch schimmert auf der eichenen konsole.