German poem
Du stiegest ab von deinem hohen hause
by Stefan George (1868–1933)
Du stiegest ab von deinem hohen hause Zum wege · manche freunde standen neben Du suchtest unter ihnen deine klause Und sahst dich um gleichwie in andrem leben.
Dich werden deine gipfel nicht mehr schützen Doch wie seither in lauterstem gewande Wirst du an deines nächsten arm dich stützen Und bleibst wie vormals gast von fernem strande
Den vielen – die du immer meiden möchtest. Vergeblich wäre wenn sie dich umschlängen Und töricht wenn du zwischen ihnen föchtest. Sie sind zu fremd in deines webens gängen.
Nur manchmal bricht aus ihnen edles feuer Und offenbart dir dass ihr bund nicht schände. Dann sprich: in starker schmerzgemeinschaft euer Erfass ich eure brüderlichen hände.
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- Du schlank und rein wie eine flamme
- Du sprichst mir nie von sünde oder sitte
- Du standest in der wolken wehen
- Du stets noch anfang uns und end und mitte
- Du trugst in holder scham die stirn gesenkt
- Du willst am mauerbrunnen wasser schöpfen
- Du willst mit mir ein reich der sonne stiften
- Du wirst nicht mehr die lauten fahrten preisen