German poem
Fest
by Stefan George (1868–1933)
Wenn ihr die hüllen warft und die gewinde Ums haupt euch schlanget und die fackeln rochen Dann habt ihr mit des tages zwang gebrochen: Nun seid ihr eines andren herrn gesinde.
Sobald das dunkel die gemächer spreitet · Farbige flammen schlagen aus den kesseln Und hall von horn und pfeife eint und weitet: Dann sprengt ihr eures eignen willens fesseln.
Dann schwillt das fest in rasendem getobe Und in den brennenden und blutigen küssen Wo alle sich in eins verl eren müssen · Voll eines atems bei des gottes probe.
Doch lockern sich die knäuel und die tänze · Befrein die glieder sich aus süsser pachtung: Dann werden seufzer wach durch die umnachtung · Dann fallen tränen auf die welken kränze.