German poem
Antwort an Madame Karschinn
by Susanne von Bandemer (1751–1828)
Schwarz und dunkel, wie der Nacht Gefieder, Sank auf meine feuchten Augenlieder Melancholisch sich der Schlaf herab: Und da träumte mir von einem schönen Feste; Du und ich, wir waren auch als Gäste Bey der Tafel, die ein König gab. – Sage doch, was mag der Traum bedeuten? Soll ich das versprochne Glück erbeuten? Doch ich aß ja bey der Tafel nicht; Alles war für mich nur Schaugericht. – Dieß ist schmerzlich. – Aber diese Schmerzen Sind die kleinsten, nagen nicht am Herzen. Du, Geliebte, willst sie von der Stirn mir scherzen: Und schon ists zur Hälfte dir geglückt. Denn das Röschen, das dein Herz erquickt, Das die Freundschaft für mich abgepflückt, Hat in deinem Liede mich entzückt.