German poem
An Byron
by Theodor Däubler (1876–1934)
So großer Lord, der Sonne liebster Dichter, Dich Byron, ehrten Menschen, liebten Feeen; Gefeiter Jäger, Blicke auch von Rehen Zerbrach dein Herz; du sterntest sie als Lichter.
Dein starkes Atmen trotzte warm dem Richter – Im Heuchlerland – über entkrampften Ehen: O glücklich warst du nie – bei Wonnewehen – Entschminkte rasch dein Morgenstrahl Gesichter.
Dich feire ich, du bist ein Held geworden: Mein Dichter, wo du bliebst, erfreut, verwöhnt, Verläßt mich niemand, wird kein Freund mich morden.
Wer ehrte mein Gedicht, daß ers verhöhnt? Doch weil' ich froh – verwitternd unter Horden, Die du befreit hättest – auch fast verpönt.