Versos German Theodor Däubler An Phaidros

German poem

An Phaidros

by (1876–1934)

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Geliebtes Taumbild, über mir in Schwebe, Vielleicht mein Zwilling, sternhin abgeneigt Von diesem Wesenswuchs, der sich verzweigt, Doch fromm macht, daß der Blick sich dirzu hebe,

Ich weiß wohl, wie ich flehend elend lebe! Ein Bruderflug, der immer steiler steigt, Mich bald als Ares, ein Gestirn, umreigt, Entkreist, weil ich dem Schmachten mich ergebe.

Auf seinem Boden weilt der stolze Bauer, Bringt bloß den Göttern hohe Opfer dar, Durch ihn empfängt die Erde Halt zur Dauer.

Dein Phaidros flog davon und glaubt dem Aar. Das Herz bestimmte dir Gesang der Trauer: Doch blieb ich, wo ich seltsam selig war.