German poem
Liebeslust
by Theodor Vulpinus (1844–1910)
150Liebeslust. 150Nach Christian von Hamle. (13. Jahrh.)
Von schönen Leibes Armen umfangen Ans Herz gedrückt, wie wohl das thut! Von lieben Weibes Rosigen Wangen Ein minnig Lachen, wie höht’s den Mut! Du magst nicht sprechen zur selben Stund’, Nur küssen, nur küssen den süssen Mund!
Vier Augensterne, In Liebesflammen Leuchtend, beschämen der Sonne Licht. Vier Arme, gerne Geschlungen zusammen, O Eisen und Stahl wohl eher zerbricht! Zwei Herzen wonnig gerückt sich nah’, Kein Blatt mehr findet ein Plätzchen da!