Versos German Wilhelm Friedrich Hermann Reinwald Der Freund

German poem

Der Freund

by (1737–1815)

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Von wem soll meine Leier schallen? Wer füllt mit Glut des Dichters mich? Von allen Tugenden, den Seligkeiten allen 0! Freundschaft, wähl’ ich dich.

Heil dem, der innig dich empfindet, Die nur in wenig Edlen glimmt; Der unter Tausenden die schöne Seele findet Zur Deinigen gestimmt!

Er trotzt der Bosheit unterm Schleier, Und ofnem Frevel, als ein Held; Er, liebend und geliebt, durchschift mit Mast und Steuer Den Ozean der Welt. Bleibt er durchs Leben mein Gefährte, Der Freund, der mirs zur Wonne macht; 0! dann beneid’ ich nicht die Könige der Erde Um Ueberfluß und Pracht.

Ein Wort, ein Kuß von seinen Lippen Macht mich mit jedem Loos vergnügt; Mit ihm verschlage mich ein Sturm zu fernen Klippen, Wohin kein Vogel fliegt!

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