Versos German Wilhelm Hauff Sehnsucht

German poem

Sehnsucht

by (1802–1827)

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Wenn sich durch frisches Blättergrün Die Sonne in dem Strome badet; Der Hirte zieht den Linden zu, Der Winzer steigt vom Berge nieder, Und in des kühlen Strandes Ruh’ Erwachen ihre Kräfte wieder; Am Neckarstrand ruht’ ich so gerne, Wär’ nicht Luise in der Ferne.

Der Abend senket seinen Strahl, Die Herden ziehen von den Weiden, Und fernhin durch das holde Thal Die Dörfer zu der Ruhe läuten; Da kommen Mädchen Hand in Hand Den Wiesenplan heraufgezogen; Es wölbt für sie am grünen Strand Der Lindengang die hohen Bogen; Doch jenen Linden fehlt das eine, Ich wandle ohne sie – alleine!

Aufgeht des Mondes Silberstrahl, Er malt den Berg mit falbem Glanze, Er ruft die Geister in das Thal, Er leuchtet ihrem Reigentanze; Ihr Berge all’ von Duft umhüllt, Du Thal, am Strome auf und nieder, Du wärst so hold, du wärst so mild, Dir weiht’ ich meine frohsten Lieder – Du wärst so schön im Abendscheine Schlüg’ sie ihr Aug’ hier in das meine.