German poem
Die Verlassene
by Wilhelm Hertz (1835–1902)
Ob er wohl in der Welt so weit Noch manchmal mein gedenkt, Wenn ihn in Liebesseligkeit Sein holdes Weib umfängt?
Wenn sie ihm nach des Tages Drang Sein Kind entgegenhält, Umweht ihn nicht ein sanfter Klang Aus ferner Blumenwelt?
O könnt’ ich leicht wie Wolkenschaum Durch seinen Schlummer weh’n, Und wie ein alter, schöner Traum In’s liebe Herz ihm seh’n!
Ich wollt’ ihm wie ein Engel leis Weghauchen Reu’ und Schmerz, – Und eine Thräne still und heiß Hinweinen auf sein Herz.