Versos German Wilhelm Hertz Gruß an Schwaben

German poem

Gruß an Schwaben

by (1835–1902)

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(Aus einer poetischen Erzählung „Herzog Ernst“.) Nun sei gegrüßt mit Herz und Hand, Mein liebes altes Schwabenland! Wie lächelst du den Wandersmann Aus treuen Augen sinnig an! Sei mir gegrüßt, du frische Luft, Du Waldesrauch und Flurenduft, Der fernen Hügel blaues Bild, Ihr Tannenberge grün und wild! Und du, mein Fluß, der klar und lind Durch weiche Thäler spiegelnd rinnt, – Auf deinen Fluthen lenkt die Sage Ihr Schiff mit leisem Ruderschlage Vorbei an Burgen öd und grau, An Felsenhorst und Blumenau, An Dörfern, Thürmen, Bergcapellen, Wo gold’ne Saaten dampfend schwellen, An Städten reich und flurbelebend, Hochgieblig in die Lüfte strebend, Mit ihren Kirchen ernst und hehr Und ihrer Mauern trutz’ger Wehr. – Seid mir gegrüßt, ihr rothen Wangen, Von blonden Locken überhangen, Ihr blauen Augen treu und ächt, – Gegrüßt, du markiges Geschlecht! Laß deine rauhen Laute tönen Trotz aller Fremden Spott und Höhnen! Ihr feines Ohr verstehet nicht, Wieviel aus diesen Worten spricht. All’ fromme Lieb’ im Kinderherzen, All’ deine Sehnsucht, deine Schmerzen – Thut mir dein traulich Stammeln kund, Du süßer, rauher Schwabenmund!