German poem
Glückliche Geburt
by Wilhelm Hertz (1835–1902)
Mein Vater war ein Gärtner, Der pflag der Blumen lind, Der freite im tiefen Tanne Des braunen Försters Kind.
Durch meine Wiegenträume, Da schwang sich mancher Aar, Da rauschten dunkle Föhren Und Quellen kühl und klar.
Durch meine Wiegenträume Gieng würzig warme Luft, Gieng Bienengesumm und Gezwitscher, Lerchjubel und Rosenduft.
Wie sollt’ es dem nicht maien Im Herzen allezeit, Dem Tannenfrau’n und Rosenseen Die Wiege so gefeit? Doch sagt, was soll’s bedeuten Dem glückgebor’nen Kind, Daß die Mutter ihm brachte den Eichzweig, Der Vater die Blumen lind?