German poem
Mein Herz
by Wilhelm Hertz (1835–1902)
Mein Herz ist ein stiller Tempel, Eine Domhall’ düster und hehr, Da knieen wie bleiche Beter Die trüben Gedanken umher.
Es hauchen unsichtbare Orgeln Gar wundertiefen Klang, Es wallet von Geisterlippen Ein dumpfer Schlummergesang.
Und unten in Grabeshallen, Da schlafen im Sterbekleid Die alten Tage der Liebe Aus ferner, schöner Zeit.