Versos German Wilhelm Hertz Rückkehr der Muse

German poem

Rückkehr der Muse

by (1835–1902)

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Erscheinst Du wieder, Lust der vergangnen Zeit? Mit süßem Wohllaut schwellend des Dichters Brust, Dem schon des Lebens trübe Woge Launisch den blühenden Kranz entrissen,

Mit dem in stiller Nacht oft Polyhymnia Den Liebling schmückte, wenn in sein Saitenspiel Ein lesbisch Klaglied säuselnd hauchte Oder ein rauschender Sang von Theben.

Du nahst mir wieder, Göttin, vom Glanzgewölk, Vom warmen Odem himmlischer Kraft umweht! Du lächelst Muth in meine Seele, Zwingst an das Herz mir die Harfe wieder.

Vom hohen Fenster schau’ ich hinaus in’s Land. Auf Schneegefilden trauert des Mondes Licht, Und einsam steht der Wald, es wehen Thauende Winde so leis herüber. Verzage nicht, Du sehnendes, armes Herz! Noch wölbt sich droben dunkel, doch unbewölkt, 15Des Himmels Pracht, und sieh, es heben Siegend ihr Antlitz die ew’gen Sterne.