German poem
Madonna della Sedia von Raphael
by Alphonse Levy (1838–1917)
In einer Vigna, still in sich gekehrt, Lustwandelt Raphael, der unzufrieden, Daß dem Madonnenbild, das hoch man ehrt, Der mütterliche Zug nicht recht beschieden.
Da plötzlich zeigt sich ihm auf niedrem Sitz Die Winzerin, die fest ihr Kind umschlungen, Die in ihm selige Erinnerungen Erweckt. Sein Auge zuckt im Freudenblitz!
Er nimmt den Stift und mit erregter Hast Hat eines Fasses Boden er erfaßt; Drauf zeichnet er das Bild der Mutterwonne,
Bei der sich Himmlisches und Ird’sches gleicht, So hold, wie er’s vorher noch nie erreicht – Und höher leuchtet seines Ruhmes Sonne!