German poem
Heilige Cäcilia von Carlo Dolci
by Alphonse Levy (1838–1917)
Als unter Roms tyrannischen Cäsaren Der Glaubenshaß auf’s Höchste war entflammt, War mit den Christen, die zum Tode waren Verurtheilt, auch Cäcilia verdammt.
Bevor die Häscher sie zum Richter bringen Erbittet sich die Jungfrau kurze Frist, Ein einzig Lied zur Orgel noch zu singen – Ihr letztes Lied verherrlicht noch den Christ!
Und wie davon der letzte Ton verklungen, Ist auch das heil’ge Instrument zersprungen. Zertrümmert liegt die Orgel und zerschellt.
Ihr Geist entfloh ins Land des Ewig-Schönen, Doch heute noch, wo fromme Lieder tönen, Verehrt Cäcilia die gläub’ge Welt!