German poem
Wenn ich so viele Kälte dir verzeihe
by August von Platen-Hallermünde (1796–1835)
Wenn ich so viele Kälte dir verzeihe, Geschieht's, indem ich bei mir selber sage: Er weiß ja nicht, wie sehr ich meiner Tage Zufriedenheit an seinen Namen reihe!
Er weiß ja nicht, wie sehr ich ihm verleihe, Was Liebevolles ich im Herzen trage, Was gerne teilt des Lebens Lust und Plage, Ja, was dem Leben giebt die höchste Weihe!
Du weißt es nicht, und soll ich dir's beschwören? O nein! ich wage kaum, mit dir zu sprechen, Um nicht den Traum, der mich beglückt, zu stören.
Wie sehr mich Schönheit auch und Reiz bestechen, So fürcht ich doch, sie könnten mich betören, Es könnte doch an Liebe dir gebrechen!
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