German poem
Werden je sich feinde Töne
by August von Platen-Hallermünde (1796–1835)
Werden je sich feinde Töne Fügen im verbundnen Klange? Ich mit meinem düstern Drange, Du in deiner Jugendschöne? Heiter schlürfst du leichte Stunden, Dem es nie vergebens tagte: Ich ersehne das Versagte Und beweine, was verschwunden.
Du, zu deines Mädchens Laren Kommst du nächtlich oft gegangen, Schmiegst dich an die zarten Wangen, Wühlst in ihren seidnen Haaren: Während ich, der im Gemüte Auf den Wink der Gunst verzichtet, Bücher vor mir aufgeschichtet, Überm Rauch der Lampe brüte.
Freund, es war ein eitles Wähnen, Daß sich unsre Geister fänden, Unsre Blicke sich verständen, Sich vermischten unsre Tränen: Laß mich denn allein, versäume Nicht um mich die goldnen Tage, Kehre wieder zum Gelage Und vergiß den Mann der Träume!
More by August von Platen-Hallermünde
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