German poem
von Johann Wilhelm von Stubenberg
by Catharina Regina von Greiffenberg
Cherubin und Seraphin / seyn deswegen höchstgepriesen in dem höchstem Himmels- Chor / weil durch sie mehr wird erwiesen unsers Gottes Ehrenlob: soll dann gleicher Werke brauch nicht bey Menschen machen auch gleiches Ruhms Lobopffer- rauch?
Lebenswehre ist / was des wehrt: doch je mehr man findt zu loben an dem Lobensunterstand / höher wird er recht erhoben. Weil ein Weltschmukt Schönheit ist / wo das Lob auf Weiber fällt: die mit solcher ausgeputzt / allen Ruhm ihr Ruhm erhält.
Ihr / Ihr doppeltschönes Kind Clio unsers deutschen Landes! Seyt ein Menschen- Seraffin / Engel unsers Donaustrandes! Weil sich nicht nur mehr als schön Euer Leib und Euer Geist sondern Gottes Schönheit selbst Euer Orpheus-stimm' uns weist!
O Ihr die Ihr Schönheit liebt / liebet ehret diese Schöne! Was Gott Schönheit Tugend acht / Ihr zufolgen sich gewöhne. weil Sie dieses alles zeiget / muß bekessen jedermann daß die Schönheit sich nicht schöner als in Weibern weisen kan!