German poem
von Wolfgang Helmhard von Hohberg
by Catharina Regina von Greiffenberg
Wie wann der grüne May die Felder tapeziret mit Schmeltzwerck der Natur / das Bienlein freyen flug auf frische Blümlein nimmt; mit künstlich-edlem Zug und angenehmen Raub / ihr Nectar draus formiret: Also der Himmelsgeist berühret und anführet mein Freulein / euren Geist / daß er wahrhafftig klug nimmt weid' in Gottes Wort; uns kostfrey und genug erwünschtes Honig schenkt / draus man viel Nutzen spühret. Dort wo der Wiesen Schoß heilsame Kräutlein trägt das Bienlein wohnet gern: Eur keuscher Geist sich setzet auf reines Blumwerk nur und guten Einfall hegt. deß Bienleins Stachel offt empfindlich hart verletzet: der Stachel eurer Wort uns sanfft das Hertz bewegt und es ohn Schmertzenstich mit Süssigkeit ergetzet.