German poem
Die Seele des Weines
by Charles Baudelaire (1821–1867)
Des weines geist begann im fass zu singen: Mensch · teurer Ausgestossener · dir soll Durch meinen engen kerker durch erklingen Ein lied von licht und bruderliebe voll.
Ich weiss: am sengendheissen bergeshange Bei schweiss und mühe nur gedeih ich recht Da meine seele ich nur so empfange Doch bin ich niemals undankbar und schlecht.
Und dies bereitet mir die grösste labe Wenn eines arbeit-matten mund mich hält Sein heisser schlund wird mir zum süssen grabe Das mehr als kalte keller mir gefällt.
Du hörst den sonntagsang aus frohem schwarme? Nun kehrt die hoffnung prickelnd in mich ein: Du stülpst die ärmel · stützest beide arme Du wirst mich preisen und zufrieden sein.
Ich mache deines weibes augen heiter Und deinem sohne leih ich frische kraft Ich bin für diesen zarten lebensstreiter Das öl das fechtern die gewandtheit schafft.
Und du erhältst von diesem pflanzenseime Das Gott · der ewige sämann · niedergiesst Damit in deiner brust die dichtung keime Die wie ein seltner baum zum himmel spriesst.