German poem
Uber den Todt einer jungen und geliebten Ehe-Gemahlin
by Christian Friedrich Hunold (1680–1721)
Verlassener! dein Unglück geht zu weit. Die Lieblichste wird dir die schlimste Zeit. Kan die Natur nicht triumphirend lachen/ Da sie den Winter hat besiegt? Allein/ was kan ein Mensch vergnügt/ Vom Elend überwunden machen? Verlassener! dein Unglück geht zu weit/ Die Lieblichste wird dir die schlimste Zeit.
Aspasia! Ach dein Verderben Heißt mich in der Geburt der schönsten Zeit ersterben! Hier liegt mein Säyten-Spiel/ Vor dem zuvor ihr zartes Hertze fiel. Hab' ich vor dem ein Hertz zur Lust erregt/ Das werde nun zum Mitleid auch bewegt. Mein Elend soll statt euch ihr Nachtigallen In alle Welt erschallen. Aspasia ist nun dahin! Ihr Blumen schaut/ wie ich verwelcket bin! Aspasia hat gute Nacht gegeben! Erbarme dich Natur/ die itzt beginnt zu leben. Aspasia, die meine Seele war/ Stund jung und schön schon gestern auf der Bahr. Aspasia, O Wort/ das mich erschreckt! Wird heute schon mit Erden zugedeckt.
Weine gantz allein! Denn es lachen alle Felder. Kleide deine Pein Bey dem Schmuck Schmaragdner Wälder/ In die tiefste Trauer ein. Weine gantz allein.
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