Versos German Christian Friedrich Hunold Uber die abwechselnden reinen und unreinen Begierden

German poem

Uber die abwechselnden reinen und unreinen Begierden

by (1680–1721)

Listen in the reader

Der Leib kam mit dem Geist in einen harten Streit. Der Geist/ der flüchtig ist/ und klug wich eine Zeit. Da nun der schwere Leib erhitzt in dem Verlangen Die Sehnsucht sehr gestillt/ und müde satt gegangen/ So kam der Geist auf ihn/ und sprach: ergiebst du dich? Ja sprach der Leib beschämt/ komm/ komm/ besige mich. Wie vielmahls hast du schon den Ruhm davon getragen/ Zu seiner Schande hat der Leib sich selbst geschlagen? Doch seys zum letzten mahl; drum weil du hast gesiegt/ Nim Palmen/ ehe sie noch die Verzweiflung kriegt.