German poem
Soll Solimene meine glut
by Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau (1616–1679)
Soll Solimene meine glut/ Die mir versehret marck und blut/ Gantz ohne deine rettung brennen? Du äscherst meine brust ja ein/ Mein hertze muß entzündet seyn/ Und du wilst keine flammen kennen.
Befrage selbst das heisse licht/ Das aus den hellen augen bricht/ Was feuer es in mir erwecket? Es schmeltzt der seelen hartes eiß/ Und machet Salamander heiß/ Und ich soll seyn unangestecket?
Dein auge hat mich so verführt/ Mich hat dein blitz durchaus gerührt/ Den ich nicht konte sehen kommen/ Ich dachte wolcken anzusehn/ Mit wasser-qvellen umzugehn/ Und bin dadurch der ruh bekommen.
Ich kan nicht wider den betrug/ Wer ist bey solchen flammen klug? Sie können bienen nur vertreiben. Der mensch/ der leichtlich feuer fängt/ Ist wie die motte die sich sengt/ Und doch nicht kan vom feuer bleiben.
Verleugne nicht/ was du vollbracht/ Du hast durch feur mich arm gemacht/ Wilstu den mordbrand nicht bekennen? So wisse doch/ daß alle welt Dir das gerechte urtheil fällt: Wer andre brennt/ muß wieder brennen.