German poem
Ein heidnisches Sprüchlein
by Conrad Ferdinand Meyer (1825–1898)
Heut fiel mir wieder ein—ich weiß nicht wie— Ein Spruch aus Sokrates' Apologie: "Was wartet unser, wann des Erdeseins Unruhig Licht erlischt—von zweien eins:
Für sel'gen Wandel ein bequemer Raum? Ein ungekränkter Schlummer ohne Traum?"
Wir Christen haben ein gewisses Licht, Doch auch ein Heidensprüchlein schadet nicht.