Versos German Emil Rittershaus Aufruf

German poem

Aufruf

by (1834–1897)

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Ein frisches Loblied hellen Schalles Für jenen deutschen Sänger klang, Der „Deutschland, Deutschland über alles“ Vor mehr denn fünfzig Jahren sang. Am Strand der Helgoländer Küste, Welch’ buntes Leben war es da, Als stolz des deutschen Dichters Büste Auf schaumgekrönte Wogen sah!

Da dachten wir: Nun mögen blasen Die Stürme nur in tollem Weh’n! Vor ihrem Toben, ihrem Rasen Granit und Erz bleibt ruhig steh’n. Ein Wintertag hat’s uns bewiesen, Daß nicht auf Sand sich bauen läßt. Granit und Erz und mächt’ge Fliesen, Nur auf dem Felsen steh’n sie fest. –

Des Meisters Bildwerk hat behütet Vor Schaden wack’rer Männer Kraft, Doch weh, wie hat der Sturm gewütet An Fundament und Säulenschaft! – Wohlan denn! Nochmals deine Spenden, Du deutsches Volk! – So soll’s gescheh’n: Hoch auf der Insel Felsenwänden Soll fest das Ehrenzeichen steh’n.

Da soll es nicht den Wogen weichen Und nicht der Winde wildem Spiel – Und nimmt einst dieses Ehrenzeichen – Verhüt’ es Gott! – ein Feind zum Ziel, Dann mag’s die Kugel nur zerschmettern! Wenn’s Deutschland gilt, nur dran und drauf! Wir wissen’s ja: Aus Kriegeswettern Blüht’s dann noch zehnmal schöner auf!

Dann werden wir nicht Frieden schließen Vor uns’res letzten Feindes Fall, Bis wir den alten Hoffmann gießen Neu aus erobertem Metall! Doch geb’ in Gnaden Friedensegen Uns Gott und Glückes Sonnenschein. Deutschland hält seine Hand am Degen, Doch, wenn’s nicht sein muß, schlägt’s nicht drein!

Wohlan! Der Markstein deutscher Ehre, Auf Felsengrund sei er gestellt Dort, wo des Deutschen Reiches Wehre In Treue ihre Nordwacht hält. Da soll das Erzbild niederschauen! – Du deutsches Volk, thu’ auf die Hand! Du gabst die Spende zum Erbauen, Nun gieb die Spende zum Bestand!

Emil Rittershaus.