Versos German Ernst Koch An Maria

German poem

An Maria

by (1808–1858)

Listen in the reader

O Maria, laß gelingen, Und sei meine Helferin, Laß mich gut und recht vollbringen, Was ich jetzt gesonnen bin. Mutter Gottes, alle Tage Warst Du bei mir, sonst und jetzt, Und ich habe keine Klage, Daß Du mich verlassen hätt'st.

Hilf mir auch bei diesem Werke, Gib, wofern Du mich noch liebst, Daß ich mir die Winke merke, Die Du deinem Diener gibst. Wenn's dann geht, wie ich begehre, Dann sei Dir das Werk geweiht, Dir allein zu Ruhmes Ehre, Mutter aller Herrlichkeit.

Dem hochwürdigen Herrn Pater Zobel,

Direktor des Jünglingsvereines, zu seinem Namenstage, den 7. December 1854, vom Vereine gewidmet.

Wenn ringsumher die Bösen uns umschleichen, Dem Löwen gleich, der seine Beute sucht; Wenn der Gesellschaft Fundamente weichen; Wenn schlecht, was fromm, und gut ist, was verrucht; Wenn Brüder, statt die Hände sich zu reichen, Im Hasse einer wild dem andern flucht— Wohin mit deinem süßen Himmelstriebe, Wohin willst du dich flüchten, heil'ge Liebe?

Wenn ringsumher die Völker sich befehden, Von West nach Ost die Kriegsdrommete klingt; Wenn seinen Schlachtgesang auf fernen Rheden Der Tod aus tausend Feuerschlünden singt, Und, wo noch jüngst des Friedens Palmen wehten, Der Haß die Fackel der Vernichtung schwingt— O Liebe dann, zu welchen Freiheitsstätten Willst du, der flücht'gen Taube gleich, dich retten?

Da öffnen sich die großen Geisterhallen, Die ein Granit auf seinem Haupte trägt, Wo ewig neu die Wogen niederprallen Der Brandung, die an ihre Mauern schlägt. Dort ist die Stätte, dorthin magst du wallen, Dort, wo kein Streit des Menschen Herz bewegt, Wo keine Ketten dich der Erde binden, O süße Liebe, deine Ruhe finden.

Und hat dies heil'ge Dach zur rechten Stunde Auch uns vereinigt, eine junge Schaar, Zu Lieb' und Treu', zu brüderlichem Bunde, Ein Obdach gegen Sturm und Tod'sgefahr: So drängt es sich vom Herzen nach dem Munde, Zu danken dem, der unser Leitstern war, Der uns'rer Seelen träges Feuer schürte, Und uns zum Tempel heil'ger Liebe führte.

Und alle Gnaden, die wir uns erwerben, Und jeder Blick vom lieben Jesuskind; Und jede Huld, im Leben und im Sterben, Die aus den Händen der Maria rinnt, Und jede Rettung, die aus dem Verderben Der heil'ge Joseph unserm Bund gewinnt, Ja, alles Gute, was uns Gott gesendet, Sei dankbar unserm Führer zugewendet.