Versos German Ernst Scherenberg Ueberraschung

German poem

Ueberraschung

by (1839–1905)

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Fernher scholl es wie Hundegebell Ueber die schweigende Halde – Täusch’ ich mich nicht? – Mein herzliebster Gesell Kehrt mit der Beute vom Walde!

Schlendert gemächlich, als trieb’ es ihn kaum – Wart’ nur, ich werde Dich necken! Ruhig, mein Herz! Dort hinter dem Baum Will ich mich hurtig verstecken.

Thörichter Waidmann, Tag und Nacht Warst Du im Wald auf der Suche; Siehe, Dein Wild, hier lauert’s und lacht Heimlich im Schatten der Buche.

Arglos nahst Du. – Ist’s Spuk? Ist’s Traum? – Daß sich der Himmel erbarme! Wie’s aus dem Stamme sich reckt: – der Baum Hat zwei lebendige Arme!

Und sie schlingen sich fest um ihn, Zwei unlösliche Klammern. Solchem Zauber, wer kann ihm entfliehn? Hilft kein Flehen und Jammern.

Mein nun bist Du, Du böser Mann! Leib und Seele verfallen! Nimmermehr wieder durch Feld und Tann Wirst Du mir, Frevelnder, wallen!

Der Du vergessen Dein Lieb im Wald, Falscher, jetzt sollst Du mir büßen! Ich bin das Waldweib, in Hexengestalt, Muß Dich zu Tode nun küssen! Ernst Scherenberg.